Bayerische Einwanderungspolitik

Letzte Woche gab es eine illegale Einwanderung über die grüne bayerische Grenze. Der Einwanderer ist ein Bär, ein Braunbär, der aus Österreich eingewandert ist.
Letzte Woche begrüßte der bayerische Umweltminister Schnappauf (von der bösen blauweißen Einheitspartei Bayerns) den neuen bayerischen Einwohner, er werde sich sicherlich wohlfühlen, und er sei sehr gerne gesehen. Nun, wenn man die Haltung der bayerischen Staatsregierung zu Einwanderern generell kennt, konnte man schon ahnen, dass diese Begeisterung nicht von langer Dauer sein konnte, und tatsächlich, der Bär ist kein lieber Knuddelbär, sondern ein böser Schafereißer- und Hühnerstallräuberbär, und wird jetzt deswegen zum Abschuss freigegeben.
Was lernen wir daraus: immer misstrauisch gegenüber Versprechungen der bayerischen Staatsregierung sein, auch als Bär.

Was man tun kann wenn der Bär kommt
Nereide - 23. Mai, 09:42

Man muss da schon Verständnis für haben. Als Minister lebt man so fernab jedweder Realität, dass es einem nicht klar ist, dass ein Bär kleinere Nutztiere anfällt, weil die in sein Beuteschema passen. Auch und gerade als Umweltminister weiß man das nicht, denn nur weil man dem Ressort Umwelt vorsteht, hat man noch lange nicht Ahnung davon.

Man kennt das ja nur aus den Tierfilmen, wie der Bär so im Fluss steht und sich Lachse fängt (ok, das sind Grizzlies, aber woher soll ein Umweltminister den Unterschied zwischen einem Braunbären und einem Grizzly kennen). *ironiemodusoff*

Oh Mann. Immer das gleiche Theater. Wölfe ansiedeln wollen und dann entsetzt feststellen, dass die menschlichen Siedlungsstrukturen nicht mit Wölfen vereinbar sind. Bären ansiedeln wollen und die gleiche Feststellung machen. Wölfe und Bären sind nunmal keine Schmusetiere. Wer das eine will, muss das andere mögen.

Nachtblau - 23. Mai, 16:32

Grade in unseren dicht besiedelten Landstrichen und der hohen touristischen Erschließung versteh ich nicht, wieso man hier Bären haben wollte. Ich möchte nicht beim Wandern mitten im Wald auf einen Bären stoßen, am Schluss noch mit Jungen, der fühlt sich bedroht, und was dann passiert kann man sich ja denken... die Tiere sehen zwar kuschlig aus, sind aber weit davon entfernt kuschlig zu sein, das hätte man von Anfang an wissen müssen.
Ich stimme da mit Reinhold Messner überein, entweder wir machen aus den Alpen ein Naturschutzgebiet, oder wir als Menschen wollen es nutzen. Beides zusammen geht (zumindest mit Raubtieren) eben nicht.
utopolis - 23. Mai, 22:51

Ach, so wild ist das alles nicht. In den USA stellt man einfach für die Touris ein paar Hinweisschilder auf, wie man sich im Falle eines Bärenkontaktes verhalten sollte und gut ist. Ich bin auch schon alleine im Schwarzbärland gewandert und mir ist nix passiert. Muß ja nicht überall so abgehen wie in diesem Buch.
Nachtblau - 23. Mai, 23:06

Die USA sind aber weit weniger dicht besiedelt als Deutschland. Und wenn man sich Rumänien ansieht, da gibts Städte wo man abends nicht mehr auf die Straße kann, weil die Bären die Mülltonnen plündern. So möchte ich ehrlich gesagt nicht leben
paraflyer - 24. Mai, 05:29

*schauder* Ja, dem kann ich nur zustimmen. In den USA hat der Bär auch mal eben die Größe eines ganzen Bundeslandes zur Verfügung, um sich zurückzuziehen. Und selbst dann kommt es manchmal zu Angriffen und Verletzten.

Aber hey...wir sind nunmal die Eindringlinge und der Bär geht nach seinem Instinkt. Hoffe, daß es für beide Seiten gut ausgeht.
Nachtblau - 24. Mai, 09:59

Jetzt scheint der Bär wieder in sein "Ursprungsland" zurückgekehrt zu sein, dumm für ihn, dass die Österreicher ihn jetzt auch abschießen möchten...
utopolis - 23. Mai, 22:46

Daß ausgerechnet Eure Erbpacht-Monopol-Regierung einen Umweltminister hat ist doch der blanke Hohn und nix als Augenwischerei. Da prallen doch Gegensätze aufeinander.

Nachtblau - 23. Mai, 23:04

Du hast da was nicht richtig verstanden: Umweltschutz ist Luxus (das sagt der Herr Stoibär), und deswegen leisten wir uns den Luxus eines Umweltministers, der aber grundsätzlich sagt, dass das alles (Ausbau der Donau, Genprodukte) doch gar nicht so schlimm ist und wir das für den Wettbewerb brauchen.

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